Die Christmette 2025 in der ARD hat eine Menge Staub aufgewirbelt. Die Empörung über die Krippendarstellung wurde sogar von der Boulevard-Presse aufgegriffen.
Für mich ist ein anderer Aspekt dieses Fernsehgottesdienstes bemerkenswert: das partnerschaftliche Miteinander der beiden liturgischen Leitungspersonen – einer Frau und eines Mannes.
Allzu oft behaupten wir in unseren Gottesdiensten zwar verbal die Gleichwürdigkeit von Mann und Frau, stellen in der Gestalt des Gottesdienstes jedoch etwas anderes dar: Der Altarraum ist von Männern besetzt; wenn Frauen vorkommen, dann eher unter „ferner liefen“ oder in assistierenden Rollen.
Wenn wir in der Gestalt des Gottesdienstes das Gegenteil dessen darstellen, was wir in der Verkündigung mit Worten vermitteln wollen, torpedieren wir diese Verkündigung. Wir nehmen ihr die Kraft und machen sie unglaubwürdig.
Pfarrer Thomas Steiger und Pastoralreferentin Katharina Leser haben – unter erkennbar Reflexion der unterschiedlichen Rollen – ein partnerschaftliches Leitungsmodell gezeigt. Ein Modell, das zwar nicht streng der geltenden liturgischen Ordnung entspricht, das aber Ernst macht mit der Gleichwürdigkeit von Mann und Frau, und das anschlussfähig ist in der postmodernen Gesellschaft. Dafür bin ich dankbar!
